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		<title>Herrmann und die Deutschen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:57:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bitte seien Sie nicht verwundert, wenn bei Geschichten über die Schlacht im Teutoburger Wald der Anführer der Aufständischen als Hermann und Arminius bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei tatsächlich um ein und dieselbe Person. Hermann ist die eingedeutschte Version des lateinischen Namens Arminius und entstand im Umfeld des berühmten Reformators Martin Luther. Dieser schrieb über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bitte seien Sie nicht verwundert, wenn bei Geschichten über die Schlacht im Teutoburger Wald der Anführer der Aufständischen als Hermann und Arminius bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei tatsächlich um ein und dieselbe Person. Hermann ist die eingedeutschte Version des lateinischen Namens Arminius und entstand im Umfeld des berühmten Reformators Martin Luther. Dieser schrieb über den jungen Germanen: „Wenn ich ein Poet wär, so wollt ich den zelebrieren. Ich hab ihn von Herzen lieb.“<span id="more-999"></span><br />
Doch das ist nicht das einzige Band zwischen den Beiden. Man betrachtete Luther als neuen Arminius und die katholische Kirche als römischen Eroberer, also erneut Held und Antiheld. Hermann und die Verbreitung der Erzählungen seiner Taten stärkten das Selbstbewusstsein der deutschen Reformatoren. Der Begriff „germanisch“ wurde durch die zunehmende Beschäftigung mit den antiken Quellen wieder intensiv verwendet und schließlich mit „deutsch“ gleichgesetzt. Im Laufe der Zeit entstehen unzählige künstlerische Werke über Arminius und die Schlacht im Teutoburger Wald und machen das Bild immer umfangreicher und vielschichtiger. Der Freiheitsgedanke wird um die Liebesgeschichte zwischen Arminius und Thusnelda erweitert, über 50 Opern entstehen.</p>
<p>Im Laufe des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Wahrnehmung und näherte sich wieder mehr der hochpolitischen Auslegung des 16. Jahrhunderts an. Während der napoleonischen Kriege und besonders der Reichsgründung im Jahre 1871 verband man Arminius und die Germanen mit der aufkommenden deutschen Nationalbewegung und der Befreiung von Fremdherrschaft. So wurde der Kampf gegen Frankreich zur „Hermannsschlacht“, zu einer Verteidigung des Deutschen verbunden mit einer Haltung gegen alles romanische, also Ländern die insbesondere ihre sprachlichen Wurzeln im römischen Reich hatten. Der Dichter Heinrich Heine dagegen verspottete die Vermischung der antiken Geschichte mit der nationalen Bewegung und hoffte auf eine Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich. In seinem Gedicht „Deutschland. Ein Wintermärchen“ schrieb er über die Schlacht im Teutoburger Wald: „Das ist der klassische Morast, wo Varus stecken geblieben“ und „Die deutsche Nationalität, sie siegte in diesem Drecke“.</p>
<p>Im Jahre 1875 wurde das 56 Meter hohe, nach den Plänen des Bildhauers Ernst von Bandel errichtete, Hermannsdenkmal eingeweiht. Das Denkmal stand für den Sieg über Frankreich und die Reichsgründung, symbolisch darin ausgedrückt, dass die Statur mit Blickrichtung und erhobenem Schwert in Richtung Westen zeigt. Weitere Würdigung fand der Held im Bürgertum als Inspiration für Burschenschaften und Turnvereine, die den Namenszusatz „Arminia“ verwendeten.</p>
<p>Nach der Reichsgründung verlor das Arminius-Bild seine historischen Wurzeln. Andere Ideologien traten in den Vordergrund. Die Germanen als auserwähltes Volk und die Betonung von Abstammung und Reinheit des Blutes prägten die Zeit. Mit der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg erlebte die Hermannverehrung einen neuen Höhepunkt als Symbol alter und zukünftiger Stärke. Den Höhepunkt erreichte die Verehrung der Germanen allerdings zur Zeit des Nationalsozialismus. Arminius rückte in den Hintergrund, nur die Stärke des ursprünglichen Volkes war von Bedeutung. Ab 1938 wurde die Germania von Tacitus zum Standardwerk im Lateinunterricht. Die Sitten und Eigenschaften der Germanen sollten im Unterricht das ideale Bild des Deutschen im Nationalsozialismus prägen.</p>
<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg verloren Hermann und die Germanen an Bedeutung, zu eng war die Verbindung mit der Ideologie und der in ihrem Namen begangenen Verbrechen. Ab den 70er Jahren begann eine neue intensive wissenschaftliche Forschung. Im Mittelpunkt standen die Rolle des Arminiusbildes in der deutschen Geschichte und eine sachliche Analyse der Varusschlacht. Das Hermannsdenkmal ist inzwischen vor allem eine bedeutende touristische Attraktion.</p>
<p>Der Mythos Arminius, der sich ständig wandelt und stets ein Spiegel der Zeit war, überstrahlt seit 2000 Jahren die historische Person des Arminius.<br />
Jede Epoche hat eine eigene und besondere emotionale Bindung zur Schlacht im Teutoburger Wald gefunden. Durch immer neue Arten sich mit ihr zu beschäftigen, hat die Schlacht bis heute in ihrer Faszination an nichts verloren.</p>
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		<title>Ein Wendepunkt der Geschichte?</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:56:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Da Sie nun so viel über die Schlacht erfahren haben, fragen Sie sich sicher, ob sie eine wichtige Rolle in der weiteren deutschen Geschichte gespielt hat. Die Schlacht ist vor allem durch die Bedeutung, die ihr in der Vergangenheit beigemessen wurde so interessant für die deutsche Geschichtsforschung. Für Theodor Mommsen, einen der bedeutendsten deutschen Historiker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da Sie nun so viel über die Schlacht erfahren haben, fragen Sie sich sicher, ob sie eine wichtige Rolle in der weiteren deutschen Geschichte gespielt hat. Die Schlacht ist vor allem durch die Bedeutung, die ihr in der Vergangenheit beigemessen wurde so interessant für die deutsche Geschichtsforschung. Für Theodor Mommsen, einen der bedeutendsten deutschen Historiker des 19. Jahrhunderts, war sie ein realer „Wendepunkt der Geschichte“. <span id="more-997"></span>Dabei bezog er sich auf die Niederlage des Varus und das Ende der Expansion des römischen Reiches nach Germanien. Sie war Ursache einer dauerhaften sprachlichen Grenze zwischen romanischen und germanischen Sprachen und kultureller Unterschiede zwischen den romanisierten Gebieten und den Gebieten jenseits dieser Grenzen. Andere Kollegen Mommsens stellten die Bedeutung für die Deutschen heraus: „Die deutsche Geschichte beginnt mit der Schlacht im Teutoburger Wald. Der Cherusker Arminius ist der erste Nationalheld unseres Volkes“. Und verbanden nahtlos germanische Geschichte mit deutscher Geschichte.<br />
Natürlich gab es damals schon Kritiker, die besonders die geschichtliche Vereinnahmung des Ereignisses, seine Entstellung und Verdrehung scharf anprangerten. Der Dichter Heinrich Heine war wohl einer der berühmtesten von ihnen. Er kritisierte die Verbindung aktueller Politik und Geschichte. Ein Freund und Bewunderer der Schlacht wurde er jedenfalls nie und setzte den Rückzug Roms mit einem Verbleiben der Germanen östlich und nördlich des Rheins in Barbarei gleich. Auch heute noch ist die Frage nach dem geschichtlichen Wendepunkt ein Thema für die Deutschen und Europa und wird es bleiben, solange sich Menschen mit der Schlacht im Teutoburger Wald auseinandersetzen. Ihre Anziehungskraft ist ungebrochen.</p>
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		<title>Museum und Park Kalkriese</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:55:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Region Kalkriese gilt seit 1988 als Favorit wo die berühmte Varusschlacht ihren Lauf nahm. An jener Stelle wurden bisher die meisten zur Schlacht passenden archäologischen Funde gemacht, die diese Vermutung bestätigen. Die Fundregion erstreckt sich über etwa 20 Hektar des Gebietes und wurde lange landwirtschaftlich genutzt, wodurch der eigentliche Ort der Schlacht unter mehreren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Region Kalkriese gilt seit 1988 als Favorit wo die berühmte Varusschlacht ihren Lauf nahm. An jener Stelle wurden bisher die meisten zur Schlacht passenden archäologischen Funde gemacht, die diese Vermutung bestätigen. Die Fundregion erstreckt sich über etwa 20 Hektar des Gebietes und wurde lange landwirtschaftlich genutzt, wodurch der eigentliche Ort der Schlacht unter mehreren Erdschichten vergraben ist. <span id="more-995"></span>Neben den Fundstücken konnte ein flacher Erdwall nachgewiesen werden.</p>
<p>Der archäologische Park selbst besteht neben drei Wegesystemen auch aus einer Darstellung des Wallverlaufs. Außerdem gibt es drei Pavillons und ein Museumsgebäude. Die verschiedenen Wege zeigen nicht nur den Wegverlauf der Schlacht. Vielmehr sollen sie die Überlagerung verschiedener Zeitebenen und Kulturen darstellen. Folgen Sie dem durch Stahlplatten gekennzeichneten Weg, befinden Sie sich auf der Römerroute, die den Weg der Römer durch das Gelände kennzeichnet. Die unregelmäßig verteilten Platten, sind mit historischen römischen oder zeitgenössischen Schriftfragmenten verziert. Auf die ursprünglichere Lebensweise der Germanen, weisen im Gegensatz dazu hölzerne Pfade hin, die den germanischen Weg kennzeichnen. Sie sollen verdeutlichen, welche Bewegungs- und Tarnmöglichkeiten die Germanen beim Angriff auf die Römer hatten. Zwischen diesen beiden Pfaden vermittelt der zeitgenössische Besucherweg, der sich an den vorgefundenen Wegen der landwirtschaftlichen Nutzung orientiert.</p>
<p>Um zu verdeutlichen, wie die Parklandschaft zur Zeit der Schlacht ausgesehen hat, wurde der Wald bis zu den damaligen Baumgrenzen im Osten und Norden aufgeforstet. Andere Flächen wurden gerodet und die Moorlandschaft mit vereinzelten Baumgruppen gekennzeichnet. Das Moor selbst wurde durch eine Wiesenfläche ersetzt. Eine kleine Fläche stellt die frühere Umgebung auf der korrekten Höhe des damaligen Terrains nach. Sie wird von Spundwänden eingegrenzt, an denen sich der Besucher an einem Geländeschnitt über die Entstehung der Erdablagerungen auf dem Gebiet informieren kann. Ein nachgebauter Erdwall mit Palisaden ist umgeben von Buchen und sandigem Boden der in einen Moorteich übergeht.</p>
<p>Über die Schlacht selbst können Sie sich im modernen Museumsgebäude informieren. Neben den ausgestellten Fundstücken werden viele verschiedene Aspekte und Themen zur Varusschlacht thematisiert. Besonders beeindruckend ist die Aussichtsplattform des Museums, von der aus Sie aus 40 Metern Höhe einen großartigen Ausblick auf den Ort der Schlacht haben. Das neue Besucherzentrum bietet viel Platz für Sonderausstellungen, verschiedene Veranstaltungen und natürlich den wachsenden Besucherstrom.</p>
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		<title>„saltus Teutoburgiensis“</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:53:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dieser lateinische Begriff blieb lange Zeit ein Geheimnis und ist vielleicht auch der Grund, weshalb Sie das Bedürfnis hatten sich über den Teutoburger Wald zu informieren: das Interesse an der berühmten Varusschlacht und ihrem Austragungsort. Es ist eines der wichtigsten und leidenschaftlichsten Rätsel unter Historikern, Archäologen, Lokalforschern und Hobbyhistorikern, dass es in der römischen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser lateinische Begriff blieb lange Zeit ein Geheimnis und ist vielleicht auch der Grund, weshalb Sie das Bedürfnis hatten sich über den Teutoburger Wald zu informieren: das Interesse an der berühmten Varusschlacht und ihrem Austragungsort. Es ist eines der wichtigsten und leidenschaftlichsten Rätsel unter Historikern, Archäologen, Lokalforschern und Hobbyhistorikern, dass es in der römischen und germanischen Geschichte zu erforschen gibt.<span id="more-993"></span><br />
Seit der Zeit des Humanismus, haftet der Schlacht der Ruf an für die deutsche Geschichte und die nationale Identitätsfindung ausschlaggebend gewesen zu sein. Durch die Suche nach dem Ort der Schlacht wurde das Interesse am Thema wachgehalten und geriet nie in Vergessenheit.</p>
<p>Bereits im Mittelalter wusste man durch die Werke des christlichen Autors Orosius von der Varusschlacht, obwohl die meisten antiken Quellen zu damaliger Zeit verschollen waren und als heidnisch galten. Arminius war trotz seiner tragenden Rolle noch unbekannt. Bei der Anzahl der Legionen und der gefallenen Soldaten wurden abenteuerliche Zahlen genannt. Lücken wurden durch Legenden und Vermutungen ersetzt. Während des 12. Jahrhunderts verknüpfte der Bischof Otto von Freising seine Kenntnisse über die Schlacht mit einer Legende über die Vernichtung eines römischen Heeres bei Augsburg.</p>
<p>Erst als im Jahre 1507 die Annalen des Tacitus entdeckt wurden, rückte der historische Verlauf des Ereignisses klarer in den Mittelpunkt. Aber vor allem besaß das Werk erstmals geografische Angaben: nicht weit entfernt vom äußersten Rand des Gebiet des Stammes der Brukterer zwischen den Flüssen Ems und Lippe im „saltus Teutoburgiensis“ sollte die Schlacht stattgefunden haben. Dies waren zwar nicht genügend Informationen um den Ort der Schlacht ausfindig zu machen, doch sagen sie eine Menge über die römische Vorstellung von Raum aus. Flüsse dienten damals als geographisches Einteilungsmaß. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass Begriffe wie „Rechts des Rheins“ oder „von der Weser ausgehend“ häufig in Bezug auf Ortsangaben gefallen sind. Gebiete wurden nach den dort siedelnden germanischen Stämmen benannt. Für Leser der antiken Zeit war der Begriff „saltus Teutoburgiensis“ also eine verständliche geografische Angabe und ein gewaltiger Fortschritt zu der Zeit Caesars. Dieser fasste alle Mittelgebirge rechts des Rheins unter den Namen „Herkynischer Wald“ zusammen, der sich unendlich weit nach Osten erstrecken sollte.</p>
<p>Durch eine Theorie des berühmten Reformators Melanchthon kam im 16. Jahrhundert die Vermutung auf, dass Tacitus die Region um Osning gemeint haben könnte. Dies fand eine so große Verbreitung, dass der dortige Gebirgszug in Teutoburger Wald umbenannt wurde, einen Namen, den er bis in die Gegenwart trägt.</p>
<p>Bis heute existieren etwa 700 Theorien über den Austragungsort der Schlacht, festgehalten in unzähligen Büchern ohne das je ein archäologischer Beweis vorgewiesen werden konnte. Erst mit der Ausgrabung von Kalkriese im Osnabrücker Land konnten passende archäologische Funde sichergestellt werden, darunter Münzen und eine Vielzahl von Rüstungsteilen. Doch noch sind nicht alle Fragen beantwortet die Historiker und Archäologen an den Ort der berühmten Schlacht stellen.</p>
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		<title>Verleumdung des Varus</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:52:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Um weitere Verbündete gegen Rom zu gewinnen sandte Arminius den abgeschlagenen Kopf des Varus an den Herrscher der Markomannen und forderte ihn auf sich dem Bündnis gegen Rom anzuschließen. Dieser zeigte sich von der Tat jedoch unbeeindruckt und schickte den Kopf stattdessen an Kaiser Augustus, der ihn der Familie des Varus übergab und schließlich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um weitere Verbündete gegen Rom zu gewinnen sandte Arminius den abgeschlagenen Kopf des Varus an den Herrscher der Markomannen und forderte ihn auf sich dem Bündnis gegen Rom anzuschließen. Dieser zeigte sich von der Tat jedoch unbeeindruckt und schickte den Kopf stattdessen an Kaiser Augustus, der ihn der Familie des Varus übergab und schließlich in der Familiengruft bestattet werden konnte. Varus hinterließ seine Ehefrau Claudia Pulchra und seinen Sohn.<span id="more-991"></span></p>
<p>Auch wenn Varus seine Truppen in einen Hinterhalt geführt hatte, wurde die Niederlage im Teutoburger Wald nicht auf seinen Irrtum oder schlechte Führungsqualitäten zurückgeführt. Nirgends wurde er als Schuldiger geächtet. Vielmehr beschuldigte man die Germanen und besonders Arminius, der durch seinen listigen Verrat die Legionen ins Unglück gestürzt hatte. Die Familie des Varus erlitt keine Benachteiligung. Augustus förderte die Quintilier nach wie vor. Zwei Familienmitglieder übernahmen in den folgenden Jahren das Konsulat und später die Verwaltung der Provinzen Africa, das heutige Tunesien und der westliche Teil Libyens, und Asia, der westliche Teil der heutigen Türkei.</p>
<p>Im Jahr 26 nach Christi kam es zu einer Art Wahrnehmungswechsel der historischen Gestalt des Varus. Angst, Wut und politische Intrigen beherrschten das gesellschaftliche Klima Roms. Die Witwe Claudia Pulchra wurde des Hochverrats angeklagt. Ein Jahr später wurde auch ihr Sohn vor Gericht gestellt. Damit wurde die Familie aus der Führungsschicht Roms geworfen und verlor ihr Ansehen. Fortan wurde auch Varus nicht mehr als Opfer des Schicksals, sondern als Schuldiger der Niederlage betrachtet.<br />
In den historischen Quellen wird erstmals im Werk von Velleius Paterculus über Varus ein negatives Urteil als regelrechter Antiheld gefällt. Wird Arminius nun als tapferer, heldenhafter und kluger Anführer dargestellt, ist Varus sein genaues Gegenstück: überfordert mit seiner Aufgabe, ungebildet und faul. Außerdem warf man ihm Bereicherung an der Provinz Syrien vor. Diese politisch motivierte negative Charakterisierung setzte sich über die Jahre fest und wurde immer wieder zum Vorbild für spätere Werke. Die Darstellung von Varus und Arminius wurde von vielen Geschichtsschreibern als Möglichkeit genutzt, um eigene politische Aussagen an die Leser zu vermitteln. Spätere Generationen übernahmen die negativen Schilderungen aus den antiken Werken ohne sich kritisch mit den Quellen auseinanderzusetzen.</p>
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		<title>Folgen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:50:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Sicher können Sie die Siegessicherheit der Römer nachvollziehen, besonders angesichts einer Schlacht gegen ein Volk, das bislang keine ernsthafte Gefahr dargestellt hatte. Und nun stellen Sie sich vor, wie überraschend die Nachricht der Niederlage des Varusheeres für Kaiser Augustus gewesen sein muss. Insbesondere da man gerade in Pannonien einen größeren Aufstand erfolgreich zerschlagen hatte. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher können Sie die Siegessicherheit der Römer nachvollziehen, besonders angesichts einer Schlacht gegen ein Volk, das bislang keine ernsthafte Gefahr dargestellt hatte. Und nun stellen Sie sich vor, wie überraschend die Nachricht der Niederlage des Varusheeres für Kaiser Augustus gewesen sein muss. <span id="more-989"></span>Insbesondere da man gerade in Pannonien einen größeren Aufstand erfolgreich zerschlagen hatte. In jeder Hinsicht war die verlorene Schlacht ein dramatisches Ereignis. Die römische Armee hatte drei Legionen, also eine erhebliche Streitmacht, verloren und die Legionsadler als Symbol römischer Macht wurden von Feinden erbeutet. Augustus, der sein Ansehen mit der Macht über Germanien verband, fühlte sich vor den Römern gedemütigt. Weder Haar noch Bart ließ er sich schneiden während er mit dem Ausruf „Quintili Vare, legiones redde!“, verzweifelt den toten Varus aufforderte ihm seine Legionen zurückzugeben. Als Erinnerung an die Niederlage und Mahnung wurden die Nummern der vernichteten Legionen nie wieder vergeben.</p>
<p>Fest steht aber, das Augustus bis zu seinem Tod und auch die auf ihn folgenden Kaiser, die Niederlage nie als endgültig akzeptierten. Germanische Gebiete links des Rheins wurden gesichert und in eine römische Provinz umgewandelt und damit das Ansehen von Augustus wieder gestärkt. Das Germanien zwischen Rhein und Elbe konnte stets wieder zum Ziel römischer Expansion werden. Germanicus, der Großneffe von Augustus, konnte bereits im Jahr 14 nach Christi während eines Straffeldzuges gegen die Germanen zwei Legionsadler zurückgewinnen und die Leichen der in der Varusschlacht gefallenen römischen Soldaten bestatten. Die Siedlungen der aufständischen Stämme wurden rücksichtslos zerstört.</p>
<p>Die Niederlage im Teutoburger Wald hatte für die Römer nie endgültigen Charakter. Das Germanien keine römische Provinz wurde verknüpften erst spätere Generationen mit der Varusschlacht. Die Niederlage als Wendepunkt der Beziehungen zwischen den Germanen und Rom mit Konsequenzen für die spätere europäische Geschichte ist erst eine Interpretation der Neuzeit. Diese Vorstellung und ihre Instrumentalisierung sollten jedoch deutliche Auswirkungen haben.</p>
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		<title>Schlacht</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:49:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Da Arminius selbst im römischen Heer diente und dort seine eigenen Landsleute anführte, war es für ihn eine Leichtigkeit, alles was im Umfeld des Oberbefehlshabers Varus vor sich ging, in Erfahrung zu bringen. So manipulierte Arminius und seine Leute die römischen Truppen, in dem sie falsche Befehle überbrachten und diese zu ihren Gunsten nutzten. Auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da Arminius selbst im römischen Heer diente und dort seine eigenen Landsleute anführte, war es für ihn eine Leichtigkeit, alles was im Umfeld des Oberbefehlshabers Varus vor sich ging, in Erfahrung zu bringen.<br />
So manipulierte Arminius und seine Leute die römischen Truppen, in dem sie falsche Befehle überbrachten und diese zu ihren Gunsten nutzten. Auf einen falschen Bericht hin, verließ Varus im Jahr neun nach Christi mit drei römischen Legionen aus insgesamt 15 000 schwer bewaffneten Soldaten und einem Anhang bestehend aus Frauen, Kindern, Sklaven und Vieh die festgelegte Route ins Winterquartier. <span id="more-987"></span>Ihr Weg sollte sie zu einem kleinen Aufstand führen, der abseits der eigentlichen Marschroute lag. In Wirklichkeit war es nur eine List um die Legionen in ein unbekanntes und nahezu unpassierbares Gelände zu führen. So war es unmöglich die Marschordnung einzuhalten und die Soldaten verteilten sich zu einer etwa 12 Kilometer langen Schlange im Wald. Arminius, der mit den Stärken und Schwächen des römischen Militärs ohnehin vertraut war, erkannte den Schwachpunkt der nun zerstreuten Armee. Für seinen ausgereiften Angriffsplan hatte er zuvor bereits einige germanische Stämme zur Zusammenarbeit bewegen können. Die Cherusker waren der Kern der Aufständischen. Sie zählten zu den privilegierten Stämmen, sodass nicht alle den Aufstand unterstützten. Während Arminius und Segimer die Revolte anführten, versuchte Segestes, ein Fürst der Cherusker, Varus über die aufständischen Pläne zu warnen, da er das Bündnis mit den Römern verteidigen wollte. Am Ausgang der Schlacht änderte dies jedoch nichts. Nach dem siegreichen Ende der mehrtägigen Kämpfe schlossen sich weitere germanische Stämme der Allianz an. Eine enge Bindung zwischen den Stämmen existierte allerdings nie und auch im Kampf war jeder Stamm zum großen Teil auf sich selbst gestellt. Varus beging um der Gefangennahme zu entgehen Selbstmord. Arminius wurde nach der Schlacht zum Anführer der Cherusker erklärt. Trotz der Vernichtung der Legionen, war den Germanen bewusst, dass dies nicht das Ende des Kampfes bedeutete, da die Römer weitere Legionen schicken würden. In dem Arminius gefangene römische Offiziere opfern ließ, festigte er seine neu erlangte Position.</p>
<p>Der von Arminius angeführte Aufstand war weder die Meuterei eines römischen Offiziers noch eine nationale Erhebung. Germanische Stämme kämpften auf beiden Seiten. Der Begriff Germanen fasste die Bewohner eher geographisch zusammen und war noch kein Ausdruck nationaler Gemeinsamkeit.</p>
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		<title>Publius Quinctilius Varus</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:47:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Sicher wollen Sie auch etwas über den römischen Widersacher des Arminius erfahren. Publius Quinctilius Varus war sein Name, weswegen die berühmte Schlacht im Teutoburger Wald oft als Varusschlacht bezeichnet wird. Er wurde 47 oder 46 vor Christi in eine der ältesten römischen Patrizierfamilien hinein geboren. Diese angesehene Familie nannte sich Quintilier und genoss besondere Privilegien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher wollen Sie auch etwas über den römischen Widersacher des Arminius erfahren. Publius Quinctilius Varus war sein Name, weswegen die berühmte Schlacht im Teutoburger Wald oft als Varusschlacht bezeichnet wird. Er wurde 47 oder 46 vor Christi in eine der ältesten römischen Patrizierfamilien hinein geboren. Diese angesehene Familie nannte sich Quintilier und genoss besondere Privilegien und Karrierechancen.<span id="more-985"></span></p>
<p>Dennoch erlebte Varus bereits in jungen Jahren den Tod des eigenen Vaters mit. Der im Bürgerkrieg gegen Caesar und später Augustus kämpfte und sich nach der Niederlage von einem seiner Sklaven töten ließ. Dabei trug er stolz sämtliche Rang- und Ehrenabzeichen. So wuchs der junge Varus als Waise bei Verwandten auf. Seine Schwestern waren beide mit einflussreichen Männern verheiratet, die engen Kontakt zu Kaiser Augustus pflegten. Durch diese Beziehungen war es Varus möglich den Kaiser zwischen 22 und 19 vor Christi auf seiner Orientreise zu begleiten. Dadurch wurden seine Fähigkeiten auf die Probe gestellt und zugleich war es ein Zeichen der Freundschaft des Kaisers. Augustus hatte beschlossen den jungen Varus zu fördern und unter seine Fittiche zu nehmen. 13 vor Christi hatte Varus das Mindestalter erreicht und trat im Auftrag des Augustus das höchste Amt des Konsuls an. Das Amt wurde nur paarweise vergeben und als Zeichen großer Ehre teilte er sich das Amt mit Tiberius, dem Stiefsohn des Kaisers. Ein paar Jahre später erhielt Varus die Verwaltung über die für Rom so wichtige Provinz Africa, welche die Getreideversorgung der Stadt sicherte. Dann die östliche Provinz Syrien, die wegen der dort stationierten vier Legionen von großer Bedeutung war. Außerdem verlangten mehrere dortige römische Verbündete großes Geschick. Als Herodes, der Herrscher von Judäa verstarb, starb mit ihm ein wichtiger Verbündeter Roms. Es kam zu mehreren Aufständen, die Varus erfolgreich durch militärische und politische Mittel beenden konnte.</p>
<p>Schließlich erhielt Varus etwa sieben nach Christi die Verwaltung und den Oberbefehl über die Truppen in Germanien. Einer Aufgabe, der er durchaus gewachsen war und die Höhepunkt und Abschluss seiner Karriere sein sollte.</p>
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		<title>Arminius</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:46:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Jede große Schlacht hat ihre Anführer. Die Germanen führte in der Schlacht im Teutoburger Wald und im folgenden Aufstand Arminius an. Doch erscheinen sowohl er als auch sein römischer Widersacher Varus aus heutiger Sicht viel mehr wie Symbolfiguren zweier gegensätzlicher Kulturen. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich zwischen beiden Anführern deutliche Ähnlichkeiten und Verbindungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jede große Schlacht hat ihre Anführer. Die Germanen führte in der Schlacht im Teutoburger Wald und im folgenden Aufstand Arminius an. Doch erscheinen sowohl er als auch sein römischer Widersacher Varus aus heutiger Sicht viel mehr wie Symbolfiguren zweier gegensätzlicher Kulturen. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich zwischen beiden Anführern deutliche Ähnlichkeiten und Verbindungen feststellen lassen. <span id="more-983"></span>Nicht nur, dass sie sich persönlich kannten, sie hatten sogar ein enges Verhältnis zueinander, da sie gemeinsam für dieselben Ziele eintraten. Auch Arminius diente bis zur Schlacht Rom. Laut dem historischen Werk des Velleius Paterculus, hatte Arminius sowohl das germanische als auch das römische Bürgerrecht und sogar einen römischen Rittertitel. Somit hatte der in den Werken des Tacitus als „Befreier Germaniens“ gefeierte Held eine römische und eine germanische Biografie. Leider lässt sich sein Leben aufgrund von mangelnden Quellen, nur in Bruchstücken nachzeichnen.</p>
<p>Arminius, von dem wir nur dessen lateinischen Namen kennen, entspross einer adligen Familie seines Stammes, den Cheruskern. Ein genaues Geburtsdatum lässt sich nicht festmachen, doch anhand verschiedener Quellen, vermuten Historiker, dass Arminius zwischen 18 und 16 vor Christi geboren wurde.<br />
Man nimmt an, dass er eine sogenannte Kindergeisel war und so in das römische Reich gelang. Kindergeiseln waren eine Art Vertragsklausel, um die germanischen Oberhäupter an ihre Abkommen mit den Römern zu binden. Arminius entwickelte sich zu einem gebildeten jungen Mann, der über gute Lateinkenntnisse verfügte. Als Offizier des römischen Heeres führte er germanische Hilfstruppen an, die wie er selbst, aus verschiedenen Gründen den Römern dienten. So kannte er sich perfekt in der römischen Legion aus, was später ein großer Vorteil war.<br />
Zum Zeitpunkt der Schlacht im Teutoburger Wald war Arminius etwa 25 Jahre alt. Als Befehlshaber seiner Truppen führte er die Germanen zum Sieg. Dies führte allerdings längst nicht zum Frieden. Im folgenden Aufstand kämpften die Aufständischen gegen die Römer und gegen andere germanische Stämme die weiterhin mit Rom verbündet blieben.<br />
Nach der Schlacht entführte Arminius Thusnelda, die Tochter eines Fürsten seines Stammes, die bereits einem anderen versprochen war. Später nahmen die Römer die schwangere Thusnelda gefangen und präsentierten sie während eines Triumphzuges in Rom als Trophäe. Was aus ihr und dem Sohn wurde, ist bis heute unbekannt.<br />
Im Alter von 37 Jahren wurde Arminius von Verwandten ermordet. Ein Zeichen dafür, welches Ausmaß die Spannungen zwischen den germanischen Stämmen und innerhalb der Cherusker angenommen hatten.<br />
Selbst in der Familie von Arminius gab es eine tiefe Spaltung. Sein Bruder Flavus kämpfte im römischen Militär gegen die Aufständischen.</p>
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		<title>Rom und die Germanen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 14:45:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mit Sicherheit ist bekannt, dass es bereits vor der Schlacht im Teutoburger Wald immer wieder Kontakte der Germanen mit den Römern gab. Umstritten war allerdings lange Zeit, wie weit Germanien vor dem entscheidenden Aufstand von römischer Herrschaft erfasst war. Berichte und Angaben des antiken Historikers Cassius Dio über das Zusammenleben von Germanen und Römern, wurden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Sicherheit ist bekannt, dass es bereits vor der Schlacht im Teutoburger Wald immer wieder Kontakte der Germanen mit den Römern gab. Umstritten war allerdings lange Zeit, wie weit Germanien vor dem entscheidenden Aufstand von römischer Herrschaft erfasst war. Berichte und Angaben des antiken Historikers Cassius Dio über das Zusammenleben von Germanen und Römern, wurden bestätigt als man die Siedlung von Waldgirmes entdeckte. Der römische Geschichtsschreiber berichtete über die Errichtung von Märkten und Städten im Germanien rechts des Rheins. <span id="more-981"></span>Es ist durchaus möglich, dass diese entdeckte Siedlung dazu gehörte. Damit wäre sie einer der besten Beweise dafür, wie stark Germanien von Rom durchdrungen war. Der römische Einfluss zeigte sich beispielsweise durch die Einsetzung oder Bestätigung germanischer Anführer. Verbündete genossen bestimmte Privilegien wie Statuserhöhungen und materielle Zuwendungen. So manchem Germanen wurde dadurch das römische Bürgerrecht verliehen. Mit seiner militärischen Macht konnte Rom nicht nur in die politischen Verhältnisse zwischen den germanischen Stämmen eingreifen, sondern agierte auch in der Siedlungspolitik eines einzelnen Stammes. Gleichzeitig existierten alte germanische Traditionen und Strukturen weiter. Scheinbar nichts blieb den Augen Roms verborgen. In den besetzten Gebieten gewannen die Römer zunehmend an direkter Kontrolle. Sie übernahmen die Rechtsprechung und ließen sogar die Germanen Geiseln stellen, durch die germanische Oberhäupter gezwungen waren sich an bestimmte Abkommen zu halten. Auch das Einfordern von Abgaben und die Anforderung von Hilfstruppen waren Zeichen für die Absicht Germanien als Provinz in das römische Reich einzuverleiben. Die Präsenz römischer Truppen und der Aufbau von eigenen Siedlungen und Militärstützpunkten im Gebiet rechts des Rheins sollten diese Entwicklung sichern. Diese scheinbar endgültige Besitznahme führte zu dem Aufstand, der das Blatt wenden sollte. Aus dem Blickwinkel der Forschung lässt sich der Zeitpunkt durch die Häufung vieler Faktoren erklären. So spielte die nachwachsende Generation, die den Wandel durch Rom deutlich zu spüren bekam und das Aufeinanderprallen alter und neuer Traditionen miterlebte, eine entscheidende Rolle.</p>
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